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OneID,
wer hat's erfunden?

Datalicious-Podcast S6E2

Ein Schweizer Konzept in Sachen deterministischer ID

In dieser Datalicious-Folge geht es um das Projekt OneID, bei dem die großen Schweizer Medienhäuser eine gemeinsame ID- und Adtech-Infrastruktur aufgebaut haben, um unabhängiger von US-Plattformen zu werden. Carsten Sander spricht mit Jochen Witte (OneLog), Stefan Deml (Decentriq) und Alexander Weißenfels (Adform) über Datenschutz via Data Clean Rooms, die Monetarisierung über eine eigene DSP und die Vorteile deterministischer IDs. Zudem diskutieren sie, wie das Schweizer Modell nach Deutschland und Europa übertragen werden kann und welche Rolle KI zukünftig in der Werbewelt spielen wird.

In dieser Folge wird diskutiert:

  • Entstehung von OneLog und OneID in der Schweiz: Wie die großen Schweizer Medienhäuser (Ringier, TX Group, NZZ, CH Media) ein gemeinsames Joint Venture aufgebaut haben, um eine eigene ID- und Adtech-Infrastruktur als Antwort auf das Ende des Third-Party-Cookies zu schaffen.
  • Datensicherheit & Data Clean Rooms: Welche Rolle Decentriq als Technologieanbieter spielt, wie Confidential Computing und Data Clean Rooms den sicheren Datenaustausch zwischen Publishern, Brands und Retailern ermöglichen und warum das für Datenschutz und Vertrauen im Markt zentral ist.
  • Monetarisierung über OneDSP & deterministische IDs: Wie Adform als White-Label-DSP/SSP die technische Basis liefert, welche Vorteile deterministische IDs für Frequenzsteuerung, Reichweite und Zielgruppen-Targeting bieten und wie das OneLog-Ökosystem Umsätze zurück von US-Plattformen holen soll.
  • Schweizer Modell als Blaupause & Blick in die Zukunft: Inwiefern das kooperative Schweizer Modell (inkl. TWINT-Analogie) auf Deutschland und andere Länder übertragbar ist, welche Rolle Verbände, gemeinsame DMP/ID-Standards und KI künftig spielen und wie ein europäisches Gegengewicht zu den „Walled Gardens“ aussehen kann.

Takeaways aus der Podcast-Folge

  1. Kooperation als Wettbewerbsfaktor: Einzelne Publisher sind „große Fische in kleinen Teichen“. Aber echte Skalierung für Daten und IDs entsteht erst durch Kooperation über Häuser hinweg, idealerweise in einer neutralen Infrastruktur, die keinem einzelnen Vermarkter gehört.
  2. Datenschutz ist mehr als Hygiene – aber kein Selbstzweck: Strenger, proaktiver Datenschutz (inkl. Data Clean Rooms) ist Pflicht, aber das übergeordnete Ziel bleibt klar: Werbeumsätze von globalen Plattformen zurück in lokale Medienmärkte holen.
  3. Deterministische IDs verbessern Kampagnensteuerung deutlich: Im Vergleich zu Third-Party-Cookies ermöglichen E-Mail-basierte bzw. loginbasierte IDs eine sauberere Frequenzsteuerung, bessere Reichweitenmessung und adressierbare Kampagnen.
  4. Europa braucht eigene Standards, sonst entscheiden KI-Plattformen allein: Wenn Medienhäuser und Vermarkter keine gemeinsamen ID-, DMP- und Buchungsstandards etablieren, verschiebt sich mit KI noch mehr Kontrolle über Nutzer, Inhalte und Werbegelder zu wenigen globalen Tech-Konzernen.

 

Chapters

00:00 – Begrüßung und Einführung

02:33 – Ausgangslage in der Schweiz und die Vision hinter OneID

10:56 – Datenschutz, EDÖB und wirtschaftliche Ziele

13:35 – Rolle von Adform: OneDSP als White-Label-Lösung

15:12 – Mehrwert deterministischer IDs für Advertiser

18:47 – Kooperation in der Schweiz und die TWINT-Analogie

23:15 – Übertragbarkeit des Modells nach Deutschland

28:24 – Handlungsdruck und Produktfokus statt Technik-Debatte

37:35 – Google Privacy Sandbox und Post-Cookie-Dynamik

46:24 – Nächste Meilensteine und Use Cases für OneID

57:58 – Zeitreise ins Jahr 2031

1:02:38 – Fazit und Ausblick